Schulchronik

Der folgende Textabschnitt (entnommen aus dem Jubiläumsheft zum 50-jährigen Bestehen des Gesangsvereins) zeigt in aller Kürze die Geschichte der hiesigen (ehemaligen) Schule auf:

"Die hiesige Schule ist wie alle im Diezischen sogleich nach der Reformation von Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg angeordnet worden. Den Geistlichen wurde ans Herz gelegt, wo es der Dienst leidet, gegen Glöcknergebühren "teutsche Knaben- und Mädchenschulen einzurichten". Dem Pfarrer Plaß (1587-1590) wurde zuerst dieser Auftrag zuteil. Die Ausführung unterblieb aber wegen zu geriner Kinderzahl. Dann sollten die Kaplane zu Diez, die zwischen 1630 und 1752 den Pfarrdienst versahen, einen besonderen Schulmeister hier anstellen und auf ihre Kosten unterhalten; es geschah aber nicht.

Erst unter Pfarrer Arnold Schnabelius (1682-1712) ist ein ordentlicher Schulmeister hier angestellt worden, der seine Besoldung vom Diezer Stift bezog. [...] Die vorgenannten 'Schulmeister' waren im Hauptberuf Handwerker oder Bauern. Sie wurden vom Pfarrer für den Unterricht ausgebildet. Der Unterricht fand nur im Winterhalbjahr statt, war freiwillig und erstreckte sich auf Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion.

Die Schule wurde besonders von Pfarrer Carl Georg Manderbach (1790-1803) gefördert. 'Ganz von wahren Besserungsabsichten durchdrungen, nahm er sich sogleich nach seiner Ankunft der Schule an, informierte teils selbst, teils ließ er unter seinen Augen unterrichten, bildete sich seinen Schulmeister selbst und führte gute Lesebücher und vernünftigere Bildungsmethoden ein. Dieses hat sein jüngerer Bruder und Nachfolger fortgesetzt.'

 
Schulklasse 1930
Schulklasse 1930

Durch das Schuledikt des Herzogs von Nassau erhielt das Schulwesen eine neue Grundlage. Die Gemeinde- oder Kirchenschule, die bis dahin eine konfessionelle war, wurde in eine Gemeinschafts- oder Simultanschule umgewandelt und der herzoglichen Regierung unterstellt. Die Schulpflicht wurde eingeführt. Die Lehrer erhielten ihre Berufsausbildung auf dem neu gegründeten Lehrerseminar zu Idstein. Auch die Lehrerbesoldung wurde neu geregelt.

[...]

Im 17. und 18. Jahrhundert diente ein einstöckiges Gebäude als Schulhaus. Dieses wurde im Jahre 1800 mit dem zweistöckigen Wohnhaus des Joh. Michael Herborn vertauscht, das neben dem Schulzimmer hinfort auch die Wohnung des Schullehrers enthielt. Es ist das heute im Besitz des Schmiedemeisters Wilh. Achenbach befindliche, an der Hauptstraße gelegene Wohnhaus. In den Jahren 1825-1826 erbaute die hiesige Gemeinde ein neues Backhaus mit dem Gemeindezimmer. Letzeres wurde 1827 von dem Pfarrer Westerburg als Schulzimmer eingeweiht. Es erwies sich aber in wenigen Jahren bei der gestiegenen Kinderzahl als zu klein. Durch den 1834 erfolgten vollständigen Umbau des Backhauses entstand ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnung. Fast ein Jahrhundert diente es seiner Zweckbestimmung. Da die Schule dicht an der Hauptstraße lag, keinen ausreichenden Spielhof besaß und außerdem die Decke im Schulhaus sich um 15 cm gesenkt hatte und dadurch Leben und Gesundheit der Schüler gefährdete, entschloß sich die Gemeinde zu einem Schulneubau. Die neue Schule wurde unterhalb der Kirche im Jahre 1928 errichtet und eingeweiht. Die alte, aus Oranienstein stammende, im Jahre 1732 gegossene Schulglocke, die fast 100 Jahre die Kinder zur Schule rief, machte den Umzug nicht mehr mit. Sie wurde 1919 nach Horhausen verkauft.

Das schönste Erlebnis für die Schulkinder war die alljährlich in der Stiftskirche zu Diez stattfindende Prüfung der Kirchspielschulen St. Peter, Freiendiez, Staffel und Hirschberg. Sie war regelmäßig im Monat Mai und schloß das Schuljahr ab. Die Prüfungsgegenstände waren Katechismus, Biblische Geschichte, Lesen, Briefschreiben, Rechnen und Gesang. War eine Schule mit der Prüfung fertig, tat sich die Kirchentüre auf, und herein traten die Bäcker mit ihren Körben voll Weißbroten, die auch Mendelbrote genannt wurden und von denen jedes zwei bis drei Pfung wog. Jedes Kind bekam ein solches Mendelbrot, der Lehrer sechs, der Pfarrer zwölf."

 

Und damit endet unsere kleine Schulgeschichte leider. Heute besitzt Hirschberg aufgrund der geringen Kinderzahl keine eigene Schule mehr und muss mit den Schulen in anderen Ortsgemeinden vorlieb nehmen, die durch einen Schulbus mit Hirschberg verbunden sind. Wenn Sie weitere Informationen zu Kindergarten oder Schule wünschen, werden Sie im Menüpunkt Bildung fündig.

 

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