Der Räuberhauptmann Schinderhannes

Eines der letzten, noch aus dem Mittelalter erhaltenen, Gebäude Hirschbergs (die "Nothdurft"), wurde im Zuge der Verbreiterung der B417 in den 1960-er Jahren Opfer des stärker werdenden Verkehrs. An dieses Haus gibt es besondere Erinnerungen aus der Zeit zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als dort eine Gastwirtschaft betrieben wurde.

Einst kehrte dort der Räuberhauptmann Schinderhannes ein, um sich an einem Hirschberger Schnaps zu stärken. Es dauerte nicht lange, da ritt ein Gendarm vorbei, sprang von seinem Ross ab und band es vor der Gaststätte an den alten Birnbaum an. Er trat ein, bestellte sich ein Viertelchen und begann sich mit dem Wirt zu unterhalten. Schinderhannes mischte sich in das Gespräch ein und als sie auf den Räuberhauptmann zu sprechen kamen, schimpfte der Gendarm gotterbärmlich über den Schinderhannes.

Nach geraumer Zeit begab sich Schinderhannes hinaus in den Hof, band rasch das Pferd des Gendarmen los und schwang sich auf dessen Rücken. Als der Gendarm das bemerkte, riss er verdutzt das Fenster auf und fuhr den Dieb wütend an, was das zu bedeuten hätte. Ganz gelassen erwiderte der: "Wenn du den Schinderhannes suchst, hier ist er!" Dann ritt er eiligst davon und überließ den Gendarmen dem Spott der Bevölkerung.
 
Johannes Bueckler
Gemälde Johannes Buecklers von Karl Matthias Ernst (1758-1830)
Stadtarchiv Mainz
 
 
(Weitere Informationen zum Schinderhannes gibt es zum Beispiel bei Wikipedia.)
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