Liebe Hirschberger,

am 21.09. hat der Gemeinderat den Ausbau der Kindertagesstätte in Langenscheid beschlossen. Vorrausetzung für unseren Willen zum weiteren Ausbau ist, dass die Gemeinden Langenscheid und Geilnau sich gleichermaßen für den Ausbau entscheiden.

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Stand: 28.10.2020

Erfreulicherweise haben sich Langenscheid und Geilnau für den Ausbau auf 55 Plätze in Langenscheid einigen können, sodass wir nun in die Planungsphase übergehen können.

 

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Stand: 15.09.2020

Liebe Hirschberger,

lange, lange, lange beschäftigt uns nun schon das Thema Kindergarten im Gemeinderat. Da wir auch hierzu jetzt an einem Punkt angelangt sind, wo etwas entschieden werden kann, möchten wir gerne darüber berichten was der aktuelle Stand ist.

Wieso kam das Thema überhaupt auf?
Zwei Umstände haben die Beschäftigung mit der Kindertagesstätte notwendig gemacht:

1. Die Bundesregierung hat ein neues Gesetz verabschiedet, das "Gute-Kita-Gesetz", was die Qualität der Kindertagesstätten heben soll. Dadurch, dass die Gemeinden für die Kindertagesstätten zuständig sind, erwartete man, dass sich hier Änderungen im Kindergarten-Alltag ergeben würden, die die Gemeinden umzusetzen haben. Letztes Jahr im Herbst fingen die Gespräche zum Kindergarten an und zu dem Zeitpunkt war noch recht unklar was genau nun durch die Gemeinden zu tun sein würde, klar war aber schon, dass ab dem nächsten Jahr jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Vollzeit-Kindergartenplatz hat. Viele Dinge sind mittlerweile klarer, andere sind weiterhin unklar, z.B. wie sich der Personalschlüssel ändert oder ob er sich überhaupt ändert.

2. Auch ohne dieses neue Gesetz war schon klar, dass wir in den nächsten Jahren nicht genug Plätze für alle Kinder aus unseren drei Gemeinden (Langenscheid, Geilnau und Hirschberg) haben werden. Der Kindergarten umfasst bisher 40 Plätze, der Bedarf liegt für dieses Jahr aber schon bei 52 Plätzen, für das nächsten Jahr bei 53 Plätzen.
Natürlich wird es immer schwieriger vorherzusehen wie der Bedarf sich in Zukunft entwickeln wird. Wenn Kinder ab einem Jahr einen Anspruch auf einen Platz haben, müsste man schon die Schwangerschaften abfragen, um den Platzbedarf planen zu können. Das ist natürlich nicht machbar. Dazu kommt Corona, der allgemeine Wille wieder mehr Kinder zu bekommen und die beiden Neubaugebiete in Hirschberg und Langenscheid... Es war also sowieso klar, dass man eine Lösung finden muss, um allen Kindern einen Platz anbieten zu können.

Welche Ideen gab es, um das Problem zu lösen?
Wir haben sehr viele Ideen in verschiedenen Gremien und über einen langen Zeitraum diskutiert. Darunter zum Beispiel, ob eine Waldkindergartengruppe Sinn ergibt; ob es sich lohnen würde für die Hirschberger Kinder einen eigenen Kindergarten aufzumachen; ob es vielleicht die Möglichkeit gibt so etwas wie eine Vorschulgruppe für die ganze Esterau in Holzappel einzurichten; ob man die Kinder besser auf alle Kindergärten der Esterau verteilen kann, um alle Kindergärten gleichermaßen auszulasten; ob man eine weitere "Notgruppe" mit Tagesmüttern aufmachen kann; usw.

Zu welcher Lösung sind wir nun gekommen?
An sich bleibt nach all den Nachmittagen und Abenden an denen die verschiedenen Gremien zusammen gesessen haben letztendlich doch nur eine Lösung übrig: Wir werden den Kindergarten in Langenscheid ausbauen. Hier soll um 15 Plätze auf 55 Plätze erweitert werden.
Leider ist es nicht damit getan einen Gruppenraum anzubauen, da sich bei einer Begehung des Kindergartens mit dem Landesjugendamt herausgestellt hat, dass für die vorhandenen 40 Plätze schon zu wenige Räumlichkeiten vorhanden sind. Damit man uns die Betriebserlaubnis mit den 40 Plätzen im nächsten Jahr verlängert müssen wir so oder so Geld in die Hand nehmen, um den Langenscheider Kindergarten zu erweitern - daher ist der Sprung zu einem größeren Anbau nicht mehr weit. Und andere Optionen sind letztlich auch in den anderen Gemeinden nicht übrig geblieben, die alle schon am Limit arbeiten oder wie wir in den nächsten Jahren Platzprobleme bekommen werden.

Der momentane Vorschlag, über den der Gemeinderat am Montag, den 21.09. abstimmen wird, sieht also vor den Kindergarten in Langenscheid auf 55 Plätze zu erweitern. Hierfür soll es einen komplett neuen Bau auf dem Nachbargrundstück des Kindergartens geben, in den nach Fertigstellung der alte Kindergarten integriert wird. So kann das Bauvorhaben unabhängig vom alten Kindergarten vorangetrieben werden, der Betrieb wird nicht gestört und erst wenn der Anschluss an den alten Kindergarten erfolgt, kommt es auch dort kurzzeitig zu Störungen durch Baumaßnahmen.

Die Kosten für diesen Anbau belaufen sich für Hirschberg auf ca. 194.000 Euro. Das sind die Kosten NACH der Förderung durch den Kreis und das Land. Das Grundstück auf dem gebaut werden soll befindet sich schon in der Hand der Gemeinde Langenscheid, die es zur Verfügung stellen wird, wofür wir der Gemeinde dankbar sind.

Wir hätten hier gerne eine insgesamt kostengünstigere Lösung gefunden, allerdings können wir die Gesetzgebung auf Bundesebene nicht beeinflussen, die nun einmal festlegt was wir zu tun haben, um den Kindergarten betreiben zu dürfen. Und selbst wenn wir sagen würden, dass wir den Kindergarten einfach nicht ausbauen, würde die Gemeinde letztendlich zahlen - denn auch wenn die Klagen der Eltern, um ihren Anspruch auf einen Platz zu verwirklichen, sich zunächst gegen den Kreis richten, werden die Gemeinden zur Kasse gebeten, wenn es darum geht den Verdienstausfall der Eltern zu zahlen, wenn kein Platz zur Verfügung gestellt werden kann.
Vielleicht wäre dieser Weg günstiger geworden, vielleicht auch viel teurer, man kann es nicht sagen.

Was man allerdings mit Sicherheit feststellen kann ist, dass eine Region oder ein Ort, in dem man um seinen Kindergartenplatz kämpfen muss, nicht unbedingt attraktiv für junge Familien ist. Und gerade in Bezug auf unser Neubaugebiet sollte man diesen Punkt sicherlich nicht außer Acht lassen. Was man umgekehrt aber ebenfalls betrachten muss ist, dass ja nicht nur die Kosten für den Neubau auf uns zukommen. Die Nebenkosten werden steigen und 55 Kinder brauchen mehr Betreuer, also werden auch die Personalkosten weiter ansteigen.

Für die Zukunft
Wie oben schon erwähnt kann der Bedarf vom Kreis ab dem nächsten Jahr noch schlechter geplant werden als es jetzt schon der Fall war. Das bedeutet für uns natürlich, dass wir nicht wissen was in 5 oder 10 Jahren ist. Der letzte Kindergartenausbau ist gerade einmal knappe 10 Jahre her und wir zahlen den aufgenommenen Kredit hierfür noch ab. Es mag sein, dass weitere 15 Plätze in 5 Jahren wieder nicht reichen oder dass wir jetzt zwar groß ausbauen, in 5 Jahren aber keine Kinder mehr nachkommen... Es ist ein Ratespiel.

Wofür allerdings schon vorab noch Sorge getragen ist und was zumindest kurzzeitige Spitzen in kinderreichen Jahrgängen abfangen könnte: Holzappel/Scheidt und Laurenburg werden auf eigene Kosten ihren Kindergarten um eine 5. Gruppe erweitern. Diese Gruppe benötigen die drei Gemeinden momentan nicht, sie möchten aber den anderen Gemeinden der Esterau damit zu der Möglichkeit verhelfen Kinder noch unterzubringen, wenn der eigene Kindergarten voll ist.

Wir freuen uns sehr, dass diese drei Gemeinden sich hier für alle Kinder in der Esterau einsetzen!

Der Beschluss am 21.09. durch den Gemeinderat ist abzuwarten, aber bisher scheint es keine weiteren Lösungsideen mehr zu geben. Daher hoffen wir sehr, dass wir mit dem Ausbau in Langenscheid für die Zukunft gut aufgestellt sind und weitere Gesetzesänderungen sich viele Jahre Zeit lassen.

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